Ford Escort Express

Ford Transporter in Deutschland 1953 - 2003

Chronik eines halben Jahrhunderts Transporter-Kompetenz

Die hundertjährige Geschichte der Ford Motor Company ist von Anfang an von Nutzfahrzeugen mitgeprägt worden. So waren bereits von dem legendären T-Modell zahlreiche Nutzfahrzeug-Varianten verfügbar, die sogar mitunter einen höheren Absatz fanden als die entsprechenden Personenwagen. Auch im weiteren Verlauf der Firmengeschichte hat Ford weiterhin sowohl Lastkraftwagen als auch Lieferwagen auf Basis verschiedener Pkw-Modelle angeboten.

Auf der IAA 1953 stellte jedoch Ford ein ganz neues Konzept vor: Mit dem „Eilfrachter“ FK 1000 präsentierte Ford erstmals ein eigenständiges, leichtes Nutzfahrzeug, das Aspekte wie große Ladekapazität und hohe Nutzlast mit kompakten Außenmaßen verband. Damit war der Grundstein für die seit 50 Jahren währende Erfolgsgeschichte der Ford Transporter gelegt.

1953 – Der erste Ford-Transporter gibt sein Deutschland-Debüt

Mit der „Eilfrachter“-Baureihe FK 1000 stellte Ford seine Lösung für die geänderten Transport-Bedürfnisse der Wirtschaftswunder-Zeit vor. Dabei handelte es sich um einen Ford-Transporter, der von Chefingenieur Dr. Alfred Haesner entwickelt und ab 1953 ausschließlich in Deutschland produziert wurde. Die Bezeichnung FK 1000 gab bereits einige Details des Fahrzeuges preis: FK kürzte die Endproduktionsstätte Ford Köln ab, während die Zahl 1000 die Nutzlast in Kilogramm bezifferte.

Die Karosserie dieses Nutzfahrzeugpioniers wurde nicht in Köln sondern bei der Firma Drauz in Heilbronn gefertigt. Die fertigen Karossen gelangten per Schiff nach Köln und wurden dort in der Endfertigung komplettiert. Konzeptionell stellte sich der Ford FK 1000 sehr modern dar: Der kompakt gebaute Frontlenker verfügte über eine selbsttragende Karosserie, einen vorn eingebauten Motor und Heckantrieb.

Mobilisierte in der Anfangsphase ein 1,2 Liter-Benziner bereits 28 kW (38 PS), so wuchs die Spitzenleistung später auf 44 kW (60 PS) bei 1,5 Liter Hubraum. Der Ford FK 1000 war nicht nur werkseitig in zahlreichen Versionen als Kastenwagen, Kombi, Bus und Pritschenwagen verfügbar sondern bildete auch eine beliebte Basis für zahlreiche Aufbauhersteller.

1960 schlug dann die Geburtsstunde einer mittlerweile legendären Typenbezeichnung: Erstmals tauchte der Produktname „Transit“ in der Zusatzbezeichnung „Taunus Transit“ auf, die ab 1960 die FK 1000-Baureihe zierte. Bei Produktionseinstellung dieser ersten Ford Transporter-Baureihe im Jahre 1965 belief sich die Gesamtproduktionszahl auf rund 250.000 Einheiten – ein Riesenerfolg in der damaligen Zeit.

1965 – Der erste europäische Transit startet

Das erste für ganz Europa produzierte Ford Transit-Modell erlebte im September 1965 seinen Fertigungsstart. Technisch betrachtet baute der neue Transit auf denselben Eckpunkten auf wie seine Vorläufer: Es war wiederum ein Hecktriebler mit Frontmotor. Davon abgesehen handelte es sich jedoch um eine komplette Neukonstruktion, die als „Kurzhauber“ ganze Generationen von leichten und mittleren Nutzfahrzeugen prägte. Im Hinblick auf die Modell-Flexibilität bot die neue Baureihe eine bis dahin nicht gekannte Auswahl. So deckte die neue Modellbaureihe insgesamt sechs Gewichtsklassen mit Nutzlasten von 600 bis 1.750 Kilogramm ab. Als Antrieb dienten bei Markteinführung drei V4-Benziner mit Hubräumen zwischen 1,2 und 1,7 Litern und Spitzenleistungen von 45 bis 65 PS.

Auch die Vielfalt der verfügbaren Karosserie-Varianten konnte überzeugen: Elf verschiedene Aufbauversionen und immerhin 18 unterschiedliche Türkombinationen bei den Kasten- und Kombi-Modellen standen zur Auswahl. Bereits damals standen bei der Neukonstruktion die Aspekte im Vordergrund, die auch heute noch prägend für erfolgreiche Nutzfahrzeuge sind: So diente die Abkehr vom Frontlenker-Konzept des Ford FK 1000 ebenso einer Verbesserung der Servicefreundlichkeit als auch der passiven Sicherheit bei Frontal-Kollisionen. Ladevolumina von bis zu 10,5 Kubikmeter beim Großraumkasten mit langem Radstand und die breite Auswahl an wählbaren Türkombinationen unterstrichen die Praxistauglichkeit dieses Transporters.

1972 – Der Dieselmotor hält Einzug ins Transporter-Segment

Das Motorenangebot in der Transit-Baureihe wurde in der Folgezeit weiter aus-gebaut. Nach einem weiteren 2,0 Liter-V4-Ottomotor mit einer Leistung von 75 PS, der den modernisierten Transit von 1971 an auf eine Höchstgeschwindigkeit von 125 km/h beschleunigte, folgte im Jahr 1972 erstmals ein 2,4 Liter-Dieselmotor, der in den Leistungsstufen 51 und 62 PS angeboten wurde. Dabei handelte es sich um Reihenvierzylinder, die nach dem Wirbelkammerprinzip arbeiteten. Äußerlich waren Fahrzeuge mit den sogenannten York-Dieselmotoren einfach zu erkennen, da das größere Einbaumaß der Selbstzünder eine Verlängerung des Vorderwagens um etwa 10 Zentimeter und eine veränderte Gestaltung des Kühlergrills erforderte.

Es waren jedoch auch Sicherheitsaspekte, die bei der Ford Transit-Baureihe einer fortwährenden Weiterentwicklung unterworfen worden sind. So wurde bereits im Jahr 1969 serienmäßig ein Zweikreis-Bremssystem eingeführt, und ab 1974 verfügten die Transit-Modelle ab Werk über Scheibenbremsen vorn und einen Bremskraftverstärker. Zum gleichen Zeitpunkt kamen Dreipunktgurte für Fahrer und Beifahrer zum Einsatz.

Nach leichten optischen Retuschen im Jahr 1975 und der Einführung der neuen Nutzlastklasse FT 190 mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen im Jahr 1976 ging die Ära dieser ersten gesamteuropäischen Transit-Baureihe zum Jahreswechsel 1977/78 zu Ende – nach weit über 1,1 Millionen gebauten Einheiten. 

1978 – Der Transit nähert sich den Personenwagen

Im März 1978 wurde der erstmals umfassend überarbeitete Ford Transit präsentiert. Äußerlich unterschied sich die neue Modellreihe deutlich von den Vorgängermodellen. So präsentierte sich die 78’er Neuauflage mit einer aerodynamisch günstigeren Frontpartie, die zudem für alle verfügbaren Motorisierungen gleich gestaltet war. Serienmäßige Halogenscheinwerfer, seitlich integrierte Blinker und geänderte Heckleuchten verbesserten die aktive Sicherheit ebenso wie die Standardisierung eines automatischen, lastabhängigen Bremskraftreglers und einer Warnanzeige für die Zweikreisbremsanlage bei allen Modellen der Baureihe.

Ein Schwerpunkt der Modell-Erneuerung lag auf dem Motorensektor. Verrichteten beim Vorgänger-Modell noch durchweg V4-Benziner ihren Dienst, so kamen nunmehr moderne Vierzylinder-OHC-Reihenmotoren mit 1,6 Liter (48 kW/65 PS) beziehungsweise 2,0 Liter (57 kW/78 PS) Hubraum zum Einsatz. Auch die bewährten 2,4 Liter-York-Diesel erfuhren durch die Einführung von Glühkerzen und Bosch-Verteilereinspritzpumpen eine deutliche Verbesserung – so wuchs zum Beispiel das maximale Drehmoment der 62 PS-Version von 130 auf 142 Nm bei 2.000 Umdrehungen. Im Zusammenhang mit dieser Aufrüstung auf dem Motorensektor steht auch die Verlängerung der Wartungsintervalle auf 10.000 Kilometer für die Sicherheitskontrolle und 20.000 Kilometer für die Inspektion bei den Benzinern beziehungsweise 7.500 und 15.000 Kilometer beim Diesel.

Eine aufwändige Geräuschdämpfung sorgte gemeinsam mit der Neugestaltung des Innenraums für eine mehr Pkw-orientierte Erscheinung des Transit. Frühzeitig erkannte Ford auch den ausgeprägten „Multi-Purpose“-Charakter von Fahrzeugen der Transit-Klasse: Das ab 1981 verfügbare Transit Clubmobil war als luxuriöser Reise- und Freizeitwagen gestaltet. Breite Leichtmetallräder, ein Frontspoiler und das charakteristische Bullauge in der hinteren Seitenwand sorgten für einen unverwechselbaren optischen Auftritt. Ab Anfang 1982 war darüber hinaus das Wohnmobil Ford Transit Hymer-Car verfügbar.

1981 – Der Ford Escort Express wird zum Innenstadt-Express

Um gerade den innerstädtischen Lieferverkehr und kleine Handwerksbetriebe besonders zielgerichtet bedienen zu können, hob Ford 1981 den Escort Express aus der Taufe. Auf dem beliebten Kompaktwagen Ford Escort basierend, zeigte der 4,17 Meter lange Lieferwagen aber durchaus beachtliche Nutzfahrzeug-Gene: Die an Einblattfedern geführte Hinterachse ermöglichte eine Zuladung von bis zu 655 Kilogramm – ein Wert, der sich bis Auslauf des „Express“ im Jahr 2001 nur marginal auf 670 Kilogramm ändern sollte. Auch das Ladevolumen von 2,26 Kubikmetern (zum Schluss: 2,5 Kubikmeter) galt lange in dieser Fahrzeugklasse als Richtschnur.

Größere Veränderungen gab es dagegen im Hinblick auf die angebotenen Motoren: Während bei der Markteinführung des Escort Express ausschließlich Ottomotoren mit 1,1 bzw. 1,3 Liter Hubraum und Spitzenleistungen von 55 respektive 69 PS verfügbar waren, konnte der Kunde im letzten Lebenszyklus des Modells ausschließlich zwischen zwei 1,8 Liter großen Dieselmotoren wählen – als Sauger mit 44 kW (60 PS), mit Turbounterstützung waren es 51 kW (70 PS).

1984 – Quantensprung in der Dieseltechnologie

Im vielzitierten Orwell-Jahr wurde ein bemerkenswerter Durchbruch in der Dieseltechnologie erzielt: Im Ford Transit wurde erstmals ein schnell-laufender Direkteinspritzer-Dieselmotor auf dem Markt eingeführt. Der damals präsentierte 2,5 Liter-Reihenvierzylinder leistete 50 kW (68 PS) und ermöglichte durch die bessere Füllung und Verwirbelung des Gemisches erstaunliche Verbrauchsreduzierungen von etwa 24 Prozent gegenüber dem Vorläufermodell. Dies ging mit einer Steigerung des Wirkungsgrades von 15 Prozent gegenüber herkömmlichen Vorkammer-Diesel-motoren einher. Gleichzeitig konnte die Motoren-Lebensdauer um durchschnittlich 50 Prozent und die Ölwechselintervalle auf 10.000 Kilometer verlängert werden. Bei diesem Motor kamen erstmals neuentwickelte Verteilereinspritzpumpen der Firmen Bosch und Lucas zum Einsatz, mit deren Hilfe der Einspritzdruck auf 700 bar gesteigert werden konnte.

Diese Ingenieurleistung der Ford-Entwickler ebnete nicht nur den Weg für die gesamte weitere Entwicklung auf dem Dieselsektor – sie fand auch den einhelligen Zuspruch der Fachjury des Automobilclubs Kraftfahrer-Schutz (KS) in München, die diesen Fortschritt mit dem begehrten Energie-Sparpreis „Der goldene Öltropfen 1984“ honorierte.

Schließlich war noch ein Produktionsjubiläum zu feiern: Am 25. Juli 1985 rollte der zweimillionste Transit aus europäischer Produktion vom Montageband.

1986 – Der Transporter, der aus dem Windkanal kam

Auch im Jahr 1986 wurde Ford seiner Vorreiterrolle auf dem Transporter-Sektor gerecht. Bei dem vollkommen neu entwickelten Transit-Modell spielte die Aerodynamik eine entscheidende Rolle – so zeichnete der Windkanal für die glattflächige, keilförmig ausgeführte Frontpartie der neuen Modelle verantwortlich. Das Ergebnis dieser Bemühungen war beeindruckend: Die neuen Ford Transit-Kastenwagen erzielten durchschnittlich Cw-Werte von 0,37; dadurch konnte der Luftwiderstandsindex (Cw x A) trotz der größeren Stirnfläche im Vergleich zu den Vorgängermodellen um durchschnittlich 11,0 Prozent und der Kraftstoffverbrauch um durchschnittlich 7,9 Prozent gesenkt werden.

Bei der Neukonzeption der Fahrzeugbaureihe wurden durch computergestützte Strukturanalysen Karosserien entwickelt, die ein deutlich vergrößertes Raumangebot bei verbesserter Stabilität und verringertem Eigengewicht boten. Größte Sorgfalt wurde auch auf die Optimierung des gesamten Crashverhaltens gelegt. Im Hinblick auf das Modellangebot wies natürlich auch die neue Serie ab Modelljahr 1986 das Transit-typische breite Spektrum auf und umfasste Kastenwagen, Kombis, Busse mit bis zu 14 Sitzen sowie Pritschenwagen und Fahrgestelle mit Einzel- und Doppelkabine. Alle Modelle waren mit zwei Radständen (2.815 und 3.020 Millimeter) verfügbar, die Pritschen- und Fahrgestell-Ausführungen zusätzlich sogar mit einem verlängerten Rahmen und 3.472 mm Radstand. Zwei Dachhöhen waren erstmals auch für die Kasten- und Kombiversionen mit kurzem Radstand in vollem Umfang verfügbar. Darüber hinaus wurden die Fahrgestelle erstmals als Windläufe angeboten. Sieben Nutzlastklassen deckten die Spanne von 800 bis 1.900 Kilogramm ab.

Auch antriebsseitig wurde viel Auswahl geboten: Zwei Benziner (1,6 Liter mit 46 kW (63 PS), 2,0 Liter mit 57 kW (78 PS)) und der berühmte 2,5 Liter-Diesel-Direkteinspritzer mit 50 kW (68 PS) konnten mit unterschiedlich gestuften Schaltgetrieben (4-Gang mit und ohne Overdrive sowie 5-Gang), einem 3-Gang-Automatikgetriebe sowie diversen Hinterachs-Konfigurationen kombiniert werden.

Das Fahrwerk wurde umfassend neu gestaltet: Bei der erstmals beim Transit eingesetzten Einzelradaufhängung vorn wirkten schräg angeordnete McPherson-Beine nur als Stoßdämpfer; die Schraubenfedern dagegen waren im Innenraum zwischen Dreieckslenker und Querträger angebracht. Durch die sehr platzsparende Anordnung konnte ein störendes Hineinragen der gesamten Konstruktion in den Fahrerraum vermieden werden.

Ergänzt wurde die Angebotspalette ab 1986 durch das gemeinsam mit Westfalia konzipierte Wohnmobil „Nugget“; 1990 folgte das Multifunktionsfahrzeug „Euroline“.

1991 – Verbesserte Karosseriestruktur und neue Diesel-Motoren

Im Jahr 1991 wurden weitere umfassende Änderungen der Transit-Baureihe präsentiert. Eine neue Unterboden-Struktur ermöglichte gemeinsam mit zusätzlichen Veränderungen des Vorderwagens, der Sicherheitsgurt- und Sitzhalterungen sowie der Sitze selbst eine drastische Verbesserung des Crash-Verhaltens. Gleichzeitig wurde erstmals ABS als Wunschausstattung angeboten – ein absolutes Novum in dieser Klasse.

Alle Modelle mit langem Radstand wurden ab Modelljahr 1991 mit 15-Zoll-Rädern ausgeliefert. Gleichzeitig wurde bei diesen Modellen der Radstand um 550 Millimeter verlängert und das Hinterachs-Layout auf die grundsätzliche Verwendung von Einzelreifen geändert. In diesem Zusammenhang wurde auch eine Verbreiterung des Laderaums zwischen den Radkästen um 365 auf 1.376 Millimeter ermöglicht.

Gleichzeitig wurde die Angebotspalette an Direkteinspritzer-Dieselmotoren ausgebaut: Nunmehr waren zwei Saugervarianten des 2,5 Liter-Triebwerks mit 70 und 80 PS sowie erstmals eine turboaufgeladene Version mit 100 PS verfügbar. Alle verfügbaren Leistungsstufen arbeiteten mit einer Abgasrückführung und entsprachen den strengsten Abgasnormen. Darüber hinaus bot die Turbo-Variante erstmals eine elektronisch gesteuerte Einspritzanlage. Ergänzt wurde die Palette ab 1992 durch einen weiteren 51 kW (70 PS)-starken Turbodiesel-Direkteinspritzer mit Oxidationskatalysator, der auch die ab 1993 geltende Abgasnorm für Diesel-Pkw erfüllte.

Durch das breite Dieselmotoren-Angebot wurde auch verdeutlicht, dass Ford mit der Einführung des Diesel-Direkteinspritzer-Konzeptes in dieses Segment den Weg für eine breite Akzeptanz der Selbstzünder geebnet hat. Zum Vergleich: Während bei den Modelljahren ab 1971 der 2,4 Liter-York-Selbstzünder zunächst eine eher untergeordnete Rolle spielte, war speziell nach Einführung der Direkteinspritzer-Technologie ein massives Umdenken bei der Motorenwahl zu verzeichnen – bis hin zu Diesel-Anteilen beim Ford Transit von weit über 90 Prozent.

Daneben hat Ford auch bei den Benzinern eine massive Verbesserung des Umwelt-Verhaltens forciert. Der nunmehr einzig verfügbare 2,0 Liter-Benziner mit 72 kW (98 PS) wurde ab 1991 ausschließlich mit geregeltem Katalysator ausgeliefert.

1991 – Der Fiesta Courier packt den Rucksack

Mit der Markteinführung des Fiesta Courier begründete Ford praktisch eine Fahrzeug-Spezies, die später umgangssprachlich als „Rucksack-Lieferwagen“ bekannt werden sollte. Der markante, an der B-Säule ansetzende Karosserieaufbau ermöglichte trotz der kompakten Fiesta-Plattform ein beeindruckendes Ladevolumen von immerhin 2,5 Kubikmetern. Auch die zulässige Nutzlast von bis zu 560 Kilogramm war durchaus bemerkenswert. Ganz neu war der Ansatz, einen solchen Lieferwagen auch in einer fünfsitzigen Kombiversion anzubieten.

Mit einem 1,3 Liter-Benziner und einem 1,8 Liter-Saugdiesel, beide 44 kW (60 PS) stark, standen den Kunden von Anfang an zwei moderne und umweltschonende Antriebsalternativen mit moderner Katalysatoren-Technik zur Wahl. Ergänzt wurde das Angebot im Jahre 2000 um einen 55 kW (75 PS) starken Turbodiesel. Dieser Angebots-Split zwischen Otto- und Dieselaggregaten blieb zum Produktauslauf im Jahr 2001 erhalten – aber Rucksäcke waren aus der Mode gekommen.

1994 – Mehr Verbesserungen, als man sehen kann

Im September 1994 rollte nicht nur der Ford Transit mit der Nummer 3.000.000 vom Band – auch eine neue und bis zum Jahr 2000 letzte Neuauflage des Transporter-Klassikers erlebte ihren Produktionsstart.

Zwar war der neue Transit mit dem Ford-typisch oval ausgeführten Kühlergrill äußerlich eindeutig von seinem Vorläufer zu unterscheiden; die einschneidenden Veränderungen am Modell waren jedoch nicht auf den ersten Blick zu sehen sondern eher hörbar: Durch umfangreiche Verfeinerungs- und Geräuschdämmungs-Maßnahmen wurde das Innengeräuschniveau des neuen Ford Transit um 5 dB(A) abgesenkt – dies entsprach einer Reduzierung des wahrgenommenen Fahrgeräuschpegels um fast 70 Prozent.

Auch die Insassensicherheit wurde in einer Art und Weise verbessert, die Ford wiederum eine Vorreiterrolle in diesem Segment einbrachte: Erstmals wurde ein mittleres Nutzfahrzeug serienmäßig mit einem Fahrer-Airbag ausgestattet. Daneben war von diesem Zeitpunkt an ein Beifahrer-Airbag als Wunschausstattung lieferbar. Gurtstraffer und -stopper für die äußeren Vordersitze und ein Dreipunkt-Gurt für den mittleren Frontsitz komplettierten die umfangreiche Sicherheitsausstattung.

Schließlich fand noch ein weiterer Sicherheitsaspekt große Beachtung: Mit Maßnahmen wie Zentralverriegelung, Doppelverriegelung und der Einführung der elek-tronischen Wegfahrsperre PATS wurde das Fahrzeug ebenso wie die darin gelagerten Waren umfassend gegen Diebstahl geschützt.

Auf das Marktgeschehen wirkte sich 1995 vor allem die erstmalige Einführung sogenannter Branchenmodelle aus. Diese Ford-Idee, für besondere Kundenkreise bereits ab Werk maßgeschneiderte Fahrzeug-Lösungen anzubieten, kam bei den Kunden hervorragend an – und fand auch bei den Wettbewerbern begeisterte Nachahmer.

2000 – Die neue Generation Ford Transit mit Front- und Heckantrieb

Nichts ist so perfekt, dass man es nicht noch besser machen könnte – mit diesem Wissen, einer unglaublichen Fülle neuer Ideen und viel Ehrgeiz machten sich die Ford-Ingenieure im Jahre 1996 ans Werk, um das komplette Transporter-Segment mit der flexibelsten Transit-Baureihe aller Zeiten zu bereichern.

Im Jahr 2000 – man zählte bereits 4 Millionen gebaute Ford Transit – wurde mit der aktuellen Generation des Ford Transit das beeindruckende Ergebnis dieser Bemühungen präsentiert. Mit Front- und Heckantrieb auf einer einheitlichen Architektur, drei Radständen, zahlreichen Aufbauvarianten (Kastenwagen mit Lkw- und Pkw-Zulassung, Kombi und Bus sowie Pritschenfahrzeuge und Fahrgestelle mit Einzel- und Doppelkabine), vier Ladelängen, drei Dachhöhen, einer breiten Motorenpalette sowie zahlreichen Sonderlösungen und Branchenmodellen definiert der Ford Transit den Begriff „Flexibilität“ neu: Derzeit sind etwa 400 Grundvarianten der Transit-Baureihe verfügbar, und neue praxisgerechte Varianten bereichern das Angebot fortwährend.

Der Erfolg der aktuellen Transit-Baureihe ist beeindruckend: Die aktuelle Modellreihe hat seit ihrer Markteinführung im Jahr 2000 in Europa bereits 30 nationale und internationale Auszeichnungen von Fachjournalisten und Fahrzeugnutzern gesammelt. So wurden dem Ford Transit unter anderem der begehrte Titel „International Van of the Year 2001“ und das Prädikat „Transporter des Jahres 2002 bis 2,8 Tonnen“ in Deutschland verliehen. Es bleibt jedoch nicht bei Auszeichnungen: Der Ford Transit ist das meistverkaufte Nutzfahrzeug seiner Klasse in Europa in den Jahren 2001, 2002 sowie im laufenden Jahr 2003.

2003 – Der Ford Transit Connect – robust und flexibel wie ein echter Transit

Mit der Markteinführung des Kastenwagens Ford Transit Connect und der entsprechenden Kombiversion Tourneo Connect übertrug Ford die Tugenden der Transit-Baureihe auf den Bereich der Kompakt-Transporter. Mit einer eigens entwickelten Nutzfahrzeug-Bodengruppe bieten beide Versionen dieselbe Stabilität und Dauerhaltbarkeit, die auch die „großen“ Transit-Modelle auszeichnen. Flexibilität kennzeichnet auch diese Modellreihe, denn der Kastenwagen und auch der Kombi sind sowohl mit langem Radstand und Hochdach als auch mit kurzem Radstand und Normaldach verfügbar. Diese neue Kompakttransporter-Baureihe hat bereits im Jahr der Markteinführung für Furore gesorgt: Mit dem europäischen Titel „International Van of the Year 2003“ und der deutschen Auszeichnung „Transporter des Jahres 2003“ haben sowohl Fachjournalisten als auch Praktiker dem Ford Transit Connect ihren Beifall gezollt.

Die lange, erfolgreiche Ford Transporter-Geschichte geht weiter...

03.12.2003 / Ford

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© 2019 Stefan Klausmeyer