Ford vor 50 Jahren: Die „Linie der Vernunft“ debütiert in Gestalt des Taunus 17m der Serie P3

Das Debüt des Taunus 17 M P3 im Oktober 1960 war ein Ereignis, dem ohne Übertreibung hohe Symbolkraft zuschrieben werden darf – nicht nur für Ford, sondern für die gesamte Industriegeschichte des Landes nach dem zweiten Weltkrieg. Denn 30 Jahre zuvor, im Oktober 1930, hatten Henry Ford I und der damalige Oberbürgermeister der Stadt, Konrad Adenauer, den Grundstein für das Kölner Ford-Werk gelegt.

Damals, 1960, trafen der inzwischen amtierende Deutsche Bundeskanzler und der Enkel des amerikanischen „Automobilkönigs“, Henry Ford II, an gleicher Stelle zusammen, um des erfolgreichen gemeinsamen Weges zu gedenken. Und Ford hob ein neues Modell aus der Taufe, das nicht nur dem historischen Datum, sondern auch den Erfordernissen der damaligen Zeit in besonderer Weise gerecht werden sollte – den Ford Taunus 17 M der Serie P3, wegen seiner für damalige Begriffe futuristischen „Stromform“ im Volksmund zuweilen liebevoll „Badewanne“ tituliert.

Wer in puncto Produkt und Technik, aber auch in Wort, Bild und Kommunikationsstil in das Lebensgefühl von damals eintauchen möchte, für den sind die seinerzeit von Ford ver­öffentlichten Pressetexte ein ideales Zeitreisevehikel – inhaltlich zuweilen auf anrührende Art nostalgisch, oft aber auch überraschend aktuell erscheinend.

Lasst alte Zeiten sprechen: Zitate aus der Pressemappe

Die neue Linie

Seiner Zeit voraus ist der neue 17 M. In seiner aerodynamischen Linie zeichnet sich eine Revolution im Großserien-Automobilbau ab. Sie ersetzt die bisherige Trapezform. Die neue Form verlangt Klarheit und Verzicht auf überflüssige Chrom-Ornamente. So entstand ein Wagen, klassisch einfach und voll struktureller Schönheit. Die Ford-Werke wollen damit keine neue Moderichtung propagieren. Der Taunus 17 M ist vielmehr das Ergebnis konsequenter Bemühungen, unter anderem durch verringerten Luftwiderstand die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen.

Hintergrund: „Strukturelle Schönheit“ – eine Formulierung, so klar und unverschnörkelt wie das Auto selbst. Schon damals war Design dann gut, wenn Formen einer Funktion folgten. Und das Thema Wirtschaftlichkeit beziehungsweise Verbrauch – im heutigen Klima des Klimawechsels ist es wohl aktueller denn je.

Noch wirtschaftlicher

Vom Motor her war es kaum möglich, die sprichwörtliche Taunus-Wirtschaftlichkeit noch zu steigern. Deshalb wurde ein neuer Weg eingeschlagen, der zu noch besseren Leistungen und damit automatisch zu weiterer Treibstoffersparnis durch einen strömungsgünstigen Aufbau führte. Der Luftwiderstand des Fahrzeugs wurde um 20 Prozent verringert. Die Verbrauchsziffern wurden dadurch deutlich niedriger.

Glatte Flächen

In ausgedehnten Windkanalversuchen wurde die neue Form mit ihren glatten windschlüpfi­gen Flächen entwickelt. Das Fahrzeug ist langgestreckt mit flacher Kühlerfront und ge­schwungenem Heck. Weder Flossen noch sonstiger Zierrat stören die ruhige Linie. Wagen verwandter Bauart galten bisher immer als Sonderausführung. Beim neuen Taunus 17 M wurde die „Sonderausführung“ zur Normalausführung, weil, nach Ansicht der Konstruk­teure, folgerichtiges Denken nur zu dieser Lösung führen konnte. Der Wagen ist ebenso wenig modisch wie ein Düsenjäger. Wie dieser bezieht er seine äußere Wirkung nur aus der Zweckmäßigkeit.

Hintergrund: Die Aerodynamik zählt heute noch zur hohen Schule bei der Formgebung von Automobilen. Subtiler ist sie geworden, berechenbarer und kontrollierter, weniger an äußeren Merkmalen festzumachen als früher. Aber das Ziel ist nach wie vor das gleiche: mit möglichst wenig Kraftaufwand durch den Fahrtwind zu schlüpfen.

Mehr Innenraum

Im Innenraum unterscheidet sich der neue Wagen grundsätzlich von Aufbauten, die eine strömungsgünstige Linie mit Unbequemlichkeit für die Insassen erkaufen müssen. Er hat, obwohl er niedriger wurde als der bisherige Taunus 17 M, bei sonst kaum veränderten Außenmaßen vom Innenraum nichts eingebüßt; vielmehr noch beträchtlich dazu gewonnen. Die bis hoch in das Dach hineingezogene sphärisch gewölbte Frontscheibe und die eben­falls gewölbten Seitenscheiben ermöglichten die exakte Verwirklichung der aerodynami­schen Form auch am verglasten Aufbau. Bemerkenswert ist die neuartige Federung der Rückenlehnen. Federbänder, die horizontal eingezogen sind, passen sich der Form des Rückens an und sichern so weitgehend ermüdungsfreies Fahren. Im Kofferraum kann mehr als ein halber Kubikmeter Gepäck untergebracht werden.

Hintergrund: Es ging 1960 nicht mehr allein darum, ohne Totalhavarie von A nach B zu gelangen. Das war schon selbstverständlich. Es ging vielmehr darum, dies so komfortabel wie möglich zu tun.

Mehr Sicherheit

Zum Thema „Innere Sicherheit“ haben die Ford-Werke schon seit Jahren ihren Beitrag ge­leistet; zum Beispiel durch Einführung des 3-Speichen-Sicherheits-Lenkrades, ein gepolstertes Armaturenbrett und gepolsterte Sonnenblenden. Sie sind im neuen Taunus wieder zu finden. Unabhängig davon hat man in Köln stets die These vertreten, dass die Vermeidung von Unfällen wichtiger ist als die Entschärfung der Unfallfolgen. Der neue Taunus 17 M wird noch mehr Sicherheit im Straßenverkehr bieten: Durch die nach allen Seiten und nach oben erweiterte Sicht, durch eine ungemein leichte Lenk- und Schaltbar­keit, durch eine noch bessere Straßenlage (tieferer Schwerpunkt) und durch ein um 20 Prozent leuchtintensiveres Abblendlicht ohne erhöhte Blendwirkung auf Entgegenkom­mende aus erstmalig ovalen Scheinwerfern. Die starke Beschleunigung in allen Geschwin­digkeitsbereichen vermehrt die Sicherheit des neuen 17 M vor allem bei Überholvor­gängen.

Hintergrund: Es gibt Bereiche, in denen sich in der Autoentwicklung Welten bewegt haben. Aktive und passive Sicherheit waren zwar 1960 schon fixe Posten im Lastenheft, im Gegensatz zu heute aber von geradezu herziger Lieblichkeit. Drei Lenkradspeichen, gepols­terte Sonnenblenden – damit ließe sich heute nicht einmal das kleinste Euro NCAP-Sternenstäubchen abstauben.

Mehr Komfort

Die neue Karosserie enthält auch in den Details viele Neuerungen, so zum Beispiel nach „Kühlschrankart“ schließende Türen, eine zusätzliche Sicherung, die es unmöglich macht, die Türen während der Fahrt zu öffnen, ein gepolstertes Armaturenbrett, Scheibenwasch­anlage, ein Kofferraumschloss, das auch den Tankeinfüllstutzen sichert und einen Univer­salhebel am Lenkrad, der das Licht abblendet, die Fahrtrichtungsleuchte, die Lichthupe und die Parkleuchten bedient.

Auch als Viertürer

Der Wagen ist lieferbar zwei- oder viertürig mit Stahlkurbeldach, in 27 neuen Farbkom­binationen aus zwölf Grundfarben. Für weitergehende Wünsche gibt es einen „Sonderzu­behörsatz“ mit Stoßstangenhörnern, Rückscheinwerfer, Zweiklanghorn, Heckblende, Rad­zierringen, Weißwandreifen und besonders wertvollen Sitzbezügen.

Hintergrund: Heute nennt man es Individualisierung oder, noch lifestyliger, „Personali­sierung“. Und die Programme sind um Potenzen variantenreicher und ausgefeilter gewor­den. Doch es geht immer noch um die eine Botschaft, die ich den Mitbewohnern des Sozialsystems Straße übermittle: „Ich fahre, also bin ich. Und ich bin, was ich fahre“.

Taunus „Turnier" für große Fahrten

Aus der Grundform der neuen Karosserie wurde der Taunus Turnier entwickelt. Der Heck­raum wurde in das Wageninnere einbezogen, so dass ein repräsentativer Großraumwagen für große Familien mit viel Gepäck entstanden ist. Er könnte auch als Personenkraftwagen mit doppeltem Kofferraum bezeichnet werden. Der Turnier kann sich in seiner Eleganz mit jeder Limousine messen. Der Wagen hat wahlweise eine einteilige nach unten klappende Hecktüre mit versenkbarer Scheibe, die auf Wunsch auch fernbedient werden kann, oder eine seitlich angeschlagene Türe. Großdimensionierte Schlussleuchten trägt der Turnier an der hinteren Dachkante. Für den vorwiegend kommerziellen Einsatz kann der Turnier mit verstärkten hinteren Federn und größeren Reifen geliefert werden.

Hintergrund: So etwas heißt heute Modellvielfalt: Zeitweise standen für die Kombiversion sogar drei Heckklappenvarianten zur Wahl. Neben den genannten gab es eine weitere, die nach heutigem Muster am oberen Dachrahmen angeschlagen war. Und neben den betont pragmatischen Vertretern der Vernunftlinie von Ford gab es durchaus auch „unvernünftige“ Versionen. Gleich in der Kölner Nachbarschaft, im Karosseriewerk Karl Deutsch, entstanden auch einige P3-Cabriolet- und Coupé-Varianten.

Zwei Motoren: 1,5 oder 1,7 Liter

Der Leistungsgewinn durch die neue aerodynamische Form ist so erheblich, dass die Ford-Werke den neuen Taunus 17 M mit einem 1,5-Liter-Motor ausstatten konnten. Er ist mit diesem Motor schneller als sein Vorgänger bei gleicher Beschleunigung. Wahlweise wird auch der 1,7-Liter-Motor eingebaut. Höchstgeschwindigkeit mit dem 1,5-Liter-Motor: 130 km/st, Kraftstoffverbrauch nach DIN 70030: 7,9 l/100 km. Höchstgeschwindigkeit mit dem 1,7-Liter-Motor: 135 km/st, Kraftstoffverbrauch nach DIN 70030: 8,6 l/100 km. Getriebe- und Hinterachsübersetzungen blieben unverändert. Neu ist neben dem Dreiganggetriebe das – auf Wunsch erhältliche – Vierganggetriebe, das in allen Gängen zwangssynchroni­siert ist. Saxomat – ebenfalls auf Wunsch.

Hintergrund: Erster Denkreflex – wo bleibt da der Fortschritt? Scheinen sich doch die Verbräuche kaum von den heutigen zu unterscheiden. Doch richtig eingeordnet, zeigt sich die Entwicklung. Erkennbar nicht nur an den heutigen Höchstgeschwindigkeiten, sondern vor allem daran, dass aktuelle Mittelklassemodelle zugunsten der Sicherheit und des Komforts locker 50 Prozent schwerer sind.

Für besonders Leistungshungrige innerhalb der P3-Klientel stand später übrigens eine 70-PS-Motorversion zur Verfügung, mit der die sportlichen 17 M „TS“-Modelle binnen 17,5 Sekunden auf 100 km/h beschleunigten und eine Spitze von 150 km/h erreichten.

Neue Federbeine schlucken kleinste Stöße

Die bei allen 17-M-Modellen verwendete McPherson-Vorderachse, die sich durch über­lange Federbeine und Schraubenfedern, kombiniert mit Teleskopstoßdämpfern auszeichnet, ist beibehalten worden. Überarbeitet wurden die Federbeine. Die innere Reibung konnte so vermindert werden, dass jetzt auch die kleinsten Unebenheiten geschluckt werden. Vorn und hinten konnte die Federung aufgrund der veränderten Konstruktionsmerkmale insge­samt weicher gehalten werden, bei verbesserter Bodenhaftung, Straßenlage und Kurvensta­bilität. Wie der bisherige hat der neue Taunus 17 M wartungsfreie Gelenke und Lager.

Hintergrund: Da hat er mal richtig hingelangt, der gute Earl McPherson mit seinem 1949 patentierten Federbein! Bis heute entkoppelt es Karosserien von vornehmlich angetriebenen Vorderrädern. Ein wahres Erfolgsmodell der Auto-Evolutionsgeschichte.

Leise Türen

Die Bodengruppe des neuen Aufbaus erhielt von der Front bis zum Heck des Wagens durchgehende Längsträger, die wie ein doppeltes Rückgrat der Ganzstahlkarosserie eine besondere Verwindungssteifigkeit geben. Die Bodengruppe ist dadurch so erheblich fester geworden, dass sie ohne zusätzliche Verstärkung die Basis für eine viertürige Ausführung abgibt. Der 17 M erscheint daher von Anfang an auch mit vier Türen. Von besonderer Bedeutung ist, dass den Ford-Werken die Konstruktion eines Türschlosses gelang, welches ohne den üblichen Schlag zu schließen ist. Von innen werden die Türen durch Tastendruck geöffnet. Eine zusätzliche Sicherung macht es unmöglich, die Türen versehentlich während der Fahrt zu öffnen. Erst die Betätigung eines Sicherungsknopfes entriegelt die Taste für das Türschloss.

Die Bilder: Sie sagen mehr als tausend Worte

Herrlich anzusehen sind auch die Pressefotos und Abbildungen in Prospekten und Produkt­broschüren des P3. Sie zeigen überwiegend Menschen, deren Frisur- und Kleidungsstil – und hier besonders jener der Damen – in 2010 problemlos tragbar, wenn nicht up-to-date wären. Wirklich bezaubernde Jeannies sind darunter, die überwiegend Hut tragenden Männer sehen aus wie Mitglieder der Jerry-Cotton-Clans.

Anders dagegen die Bildsprache von damals. Ob Mobiltelefone am oder Brillies im Ohr, neckische Tattoos an allen möglichen und unmöglichen Körperstellen oder Baseballmützen (auch richtig herum getragene): 1960 war all das entweder noch nicht erfunden oder schlicht nicht opportun.

Dafür gab es Dinge, die heutzutage das kollektive Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein wegen massiv gestörter Fotoauffassung an der Kollapsgrenze ventilieren ließen: auf Feld, Flur und grüner Wiese drapierte Autos, womöglich tropfende Kühlmittelschläuche und transpirierende Ölwannen über zart keimender Vegetation, man stelle sich das vor! Und rundherum, auf netten Picknick-Arrangements oder in fröhlich gestenreicher Runde, munter paffende Damen und Herren, den Glimmstengel entweder lässig im Mundwinkel (er) oder, in perfekter Etikette, zwischen den Spitzen von Zeige- und Mittelfinger (sie); sogar Pfeifenraucher am Steuer sind geduldet. Manche Fahrt ins Blaue muss da zum Lun­genmarathon im blauen Dunst geraten sein … – Zeiten waren das!

Die Werbung: Ganz auf der „Linie der Vernunft“

Die Botschaften des liebevoll gestalteten Werbematerials charakterisieren den Ford P3 mit den sprachlichen Stilmitteln jener Zeit bildhaft und sympathisch, wie folgende Auszüge belegen:

Nach den Strömungslinien schuf Ford die Linie der Vernunft – den neuen Taunus 17 M.

Zum Fahren geboren, zum Sparen gebaut […] die überlegene Idee des Taunus 17 M ist die Stromform – die Linie der Vernunft […]

Zwei Motoren, eine Tugend – Wirtschaftlichkeit […] beide machen kein Aufhebens davon, wie stark sie sind. Leise und laufruhig tun sie ihren Dienst, denn die berühmte hohlgegos­sene Kurbelwelle läuft frei von lästigen Schwingungen […]

Der Schwerpunkt gilt Ihrer Sicherheit

[…] Tief eingebettet wie in einer Wiege liegt der Motor zwischen überlangen Federbeinen. Diese sinnvolle Anordnung ergibt zusammen mit der Stromform die tiefe Schwerpunktlage beim neuen Taunus 17 M […]

Wo die Luft fließen kann, fließt weniger Benzin

[…] So flach, wie man es kaum je bei einer Limousine sah, senkt sich die Motorhaube nach vorn […] wo die Luft fließen kann, hat der Motor mehr PS zum Fahren frei […]

Sehen Sie – das ist Schönheit aus dem Windkanal

[…] Und wenn dieser Wagen fährt, stellen Sie fest, dass seine Form sinnvoll ist […] Wir sind mit unserer Karosserie nämlich nicht zum Modeschöpfer gegangen, sondern in den Windkanal […]

Soviel Platz ist nie zuviel

[…] Setzen Sie sich einmal in den Taunus 17 M. Mit der ganzen Familie. Sie brauchen es sich nicht bequem zu machen. Sie haben es bequem […]

„Turnier“ – das heißt: alltags jede Ladung, sonntags jedes Hobby

[…] wenn Sie viel zu transportieren haben, muss Ihr Auto einen großen Laderaum haben. Und wenn Sie sonntags damit ausfahren, muss es ein elegantes Auto sein. Die Lösung heißt „Turnier“ […]

Er tut noch mehr für Ihre Sicherheit

[…] Taunus 17 M jetzt (1964) serienmäßig mit Scheibenbremsen […]

Sonderwünsche, Sonderwünsche, Sonderwünsche …

[…] Überhaupt können Sie den Taunus 17 M zu einem sehr persönlichen Auto machen, mit vielen liebenswürdigen Extras, die gleich im Werk eingebaut werden. Zum Beispiel der komplette Satz Sonderausstattung: mit Veloursteppich, Fond-Haltegriffen, Tageskilometer­zähler, Make-up-Spiegel, Weißwandreifen, Radzierringen u.a. Auf Ihrer Wunschliste können ferner stehen: Stahlkurbeldach, Einzelsitze vorn, Zweifarbenlackierung, Stoßstan­genhörner mit Gummipuffern, Autoradio und vieles mehr […]

TS – luxuriöser Tourenwagen mit Sportwagen-Temperament

[…] Ein TS am Wagenheck ist das äußere Kennzeichen für das Spitzenmodell der Taunus 17 M-Reihe […] sportlich-luxuriöse Ausstattung mit Einzelsitzen vorn, einer elegant gepolsterten Fondsitzbank mit ausklappbarer Mittelarmlehne, einem weichen Velourstep­pich über den ganzen Wagenboden und noch vielen anderen anspruchsvollen Ausstattungs­details […] Weil der Taunus 17 M TS 150 km/h schnell ist, wird er serienmäßig mit Sport­reifen ausgerüstet […]

Turnier – grundvernünftig in jedem Detail

Ein komfortabler Wagen mit doppeltem Kofferraum […] 225 oder 510 kg Nutzlast – 1,6 m 3 Laderaum – 2,0 m 2 Ladefläche […]

Starker Aufschlag: Das Echo in den Medien

Der Ford 17 M P3 trug aber nicht nur das Selbstbewusstsein seiner Marke zu Markte, auch die objektiv-kritischen Fachtester stiegen in der Regel beeindruckt aus der „Badewanne“. Einige Kostproben aus dem Debütjahr 1960:

Den Konstrukteuren darf man zu diesem Auto gratulieren. Sie haben einen Ford geschaf­fen, der Rasse hat, ein Auto, mit dem man Pferde stehlen kann und das genauso ist, wie es, am heutigen Verkehr gemessen, sein muss.

DR. H. Haman / Deutsche Zeitung

Bei dieser neuen Karosserie ist es gelungen, die windschnittige Form mit noch mehr Platz und Bequemlichkeit zu verbinden.

H. Röper / Nürnberger 8-Uhr-Blatt

Wir haben den Ford 17 M im Rahmen seiner Klasse beurteilt und stellen ihn hier ohne Einschränkung in die Spitzengruppe.

Helmut Acker / Trierischer Volksfreund

Man darf hier, mit einem Vergleichsblick auf teuerste Spezialkarosserien, von einem wahren Triumph der Großserien-Blechpresstechnik sprechen.

Dr. Seifert / Schweizer Automobilrevue

Mein Vordermann fuhr sehr rasant und ich auf Biegen oder Brechen hinterher. Es bog sich nichts und es brach nichts, und ich dachte: „Donnerwetter!“

Ilse Xandry / Kristall

Das Fahren im Stadtverkehr verlangt keinerlei Anstrengung, der ganze Wagen gehorcht sozusagen schon auf leichten Schenkeldruck. Obwohl nach der komfortablen Seite ausge­legt, legt der neue 17 M ein respekterheischendes Fahrverhalten an den Tag.

Reinhard Seiffert / Auto, Motor und Sport

[…] wird der neue Typ auch die Anerkennung und Freundschaft der selbstfahrenden Dame gewinnen.

August Christ / Automobilrevue

Wirtschaftlichkeit, Beschleunigung und Sparsamkeit der beiden Motoren im neuen Taunus 17 M sind für diese Klasse – das darf man durchaus sagen – eine kleine Sensation.

Die sieben Tage / Karlsruhe

Die Lenkung ähnelt fast der Powersteering, also der hydraulisch unterstützten Lenkung mancher amerikanischer Wagen, und die Lenkradschaltung ist die leichtgängigste, die ich bisher gefunden habe.

Graf Berghe von Trips / Bild Zeitung

Die ungewöhnlich geformten Scheinwerfer ergeben eine sehr gute Lichtausbeute. Nament­lich bei Abblendlicht ist die seitliche Streuung ausgezeichnet.

Olaf von Fersen / Automobil

[…] zeugen davon, dass nicht der Rechenstift der Kaufleute, sondern zuerst das Streben nach technischer Perfektion und Sicherheit bei der Konstruktion des Fahrzeugs ausschlag­gebend war.

H. E. Scholz / Motor-Reise-Revue

Bodenhaftung, Straßenlage und Kurvenstabilität haben das Prädikat „ausgezeichnet“ verdient.

Wolfgang Hocke / Schwäbische Volkszeitung

Wer zum ersten Mal am Steuer des 17 M sitzt, hat das Gefühl, als sähe er sich einen Breit­wandfilm an. Die sphärisch gewölbte, weit nach oben gezogene ausladende Windschutz­scheibe bietet ein weites Blickfeld, wie man es sich seit Jahren wünscht, aber selbst bei den teuersten Wagen bisher noch immer vermisste.

Dr. W. Palm / Westdeutsche Allgemeine

In seiner Gesamtausstattung fehlt dem neuen Ford sozusagen überhaupt nichts mehr.

Fritz Pullig / Auto

Die Preise: Mehr als heiß aus heutiger Sicht

Auch hier lassen wir gern die entsprechende Mitteilung des Pressedienstes von Ford im O-Ton wirken.

Die Ford-Werke AG Köln stellen ab 14. Oktober 1960 18.00 in den Ausstellungsräumen ihrer Vertragshändler in Deutschland ihren neuen TAUNUS 17 M der Öffentlichkeit vor und geben die Listenpreise ab Werk dieses mit 1,5 ltr 55 PS Motor ausgerüsteten Wagens wie folgt bekannt:

2türige Limousine DM 6.485,--

4türige Limousine DM 6.875,--

Die Standard-Ausrüstung des neuen TAUNUS 17 M enthält u.a.

Scheibenwaschanlage

Gepolstertes Armaturenbrett

Gepolsterte Sonnenblenden

Blinkhupe und Lenkradschloss

Gegen Mehrpreis werden geliefert:

Frischluftheizung DM 160,--

4-Gang-Getriebe
(voll synchronisiert) DM 75,--

Stahlkurbeldach DM 395,--

Saxomat DM 295,--

Darüberhinaus steht ein reichhaltiges Zubehör- und Sonderausstattungs-Programm zur Verfügung.

Ein kompletter Sonderausstattungs-Satz wird zum Preis von DM 275,-- angeboten, bestehend aus:

Spezialpolsterung

Kunststoff-Himmel

Rückfahrscheinwerfer

Stoss-Stangen-Hörner

Fond-Haltegriff

Zweiklanghorn

Die Gesellschaft gibt weiterhin bekannt, dass sie den neuen TAUNUS 17 M auf Wunsch auch mit 1,7 ltr 60 PS Motor gegen Mehrpreis von DM 75,-- liefern wird.

09.06.2010 / Ford

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© 2019 Stefan Klausmeyer