Ford Grand C-MAX

Der neue Ford C-MAX im Detail

7. Aktive und passive Sicherheitssysteme

„Wie bei allen modernen Modellen von Ford lag auch bei der neuen C-MAX-Baureihe ein großes Augenmerk auf dem aktiven und passiven Schutz aller Passagiere. Die neue globale C-Segment-Plattform, auf der auch die neue Van-Familie basiert, ermöglichte es den Ingenieuren, die fortschrittlichsten Sicherheits-Technologien zu integrieren. Zudem bietet diese Fahrzeugarchitektur durch ihre ausgeklügelte Struktur alle Voraussetzungen, um auch die schärfsten Sicherheits-Standards mit Bestnoten zu erfüllen.“

Matt Niesluchowski,
Vehicle Safety Manager, Ford Europa

7.1 Aktive Sicherheits-Technologien

Zu den herausragenden Merkmalen des neuen Ford C-MAX zählen zahlreiche besonders fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme, die den aktuellsten Stand der Technik repräsentieren. Sie alle sind darauf ausgerichtet, den Fahrer in kritischen Situationen bei der Kontrolle des Fahrzeugs zu unterstützen und Kollisionen zu vermeiden.

Kernstück vieler Assistenzsysteme des aktiven Sicherheitskonzepts ist das Elektronische Sicherheits- und Stabilitätsprogramm (ESP). Es verwendet eine intelligente Logik sowohl zur Überwachung aller Fahrzeugbewegungen als auch zur Steuerung der Eingriffe, falls diese erforderlich werden. Das System beinhaltet folgende Sub-Funktionen:

  • Antiblockier-Bremssystem (ABS) inklusive elektronischer Bremskraftverteilung (EBD) und Kurvenbremskontrolle (CBC)
  • Sicherheits-Bremsassistent (EBA), elektronischer Bremsenvorspannung (EBP) und Notbrems-Warner
  • Antriebsschlupf-Regelung (ASR) mit Motordrehmoment-Kontrollsystem (ETCS) und aktivem Bremseingriff (BLD)
  • Hydraulische Hinterachs-Bremsunterstützung (HRB)
  • Motorschleppmoment-Kontrolle (EDC)
  • Torque Vectoring Control (TVC)
  • integrierte Überroll-Prävention (ARP)
  • Anhänger-Stabilisierung

Die zentralen Komponenten des ESP und ihre Funktionen werden im Folgenden beschrieben:

Elektronische Bremskraftverteilung (EBD)

Die Elektronische Bremskraftverteilung (Electronic Brakeforce Distribution, EBD) sorgt für eine unabhängige Verteilung der Bremskraft auf alle vier Räder, noch bevor das ABS einsetzt. Es reduziert beispielsweise den Bremsdruck an der Hinterachse, um ein Ausbrechen oder Blockieren der Räder bei einer Vollbremsung zu verhindern. Auf diese Weise gewährleistet es eine effektive Ausnutzung der Bremskraft und sorgt für eine verbesserte Spurstabilität sowie einen verkürzten Bremsweg.

Kurvenbremskontrolle (CBC)

Die Kurvenbremskontrolle (Corner Brake Control, CBC) verbessert die Stabilität bei weniger starkem Pedaldruck sowie bei Eingriffen von EBD oder ABS, indem sie den Bremsdruck am kurveninneren Vorderrad reduziert. Dieser Eingriff erzeugt ein stabilisierendes Moment und verhindert ein Übersteuern der Hinterachse, falls der Fahrer gleichzeitig zu scharf einlenkt und bremst.

Sicherheits-Bremsassistent (EBA)

Der Sicherheits-Bremsassistent (Emergency Brake Assist, EBA) hilft dem Fahrer, im Falle einer Notbremsung von der ersten Zehntelsekunde an die bestmögliche Verzögerung zu erzielen. Dabei erhöht der EBA selbsttätig den Bremsdruck, sobald das System erkennt, dass der Fahrer nicht den maximalen Pedaldruck aufbaut.

Elektronische Bremsenvorspannung (EBP)

Registrieren die Sicherheitssysteme der neuen C-MAX-Baureihe eine Verkehrssituation, die auf eine Notbremsung hinauslaufen könnte, wird vorsorglich der Druck im Bremssystem erhöht. Die Elektronische Bremsenvorspannung (Electronic Brake Prefill, EBP) rückt die Bremsbeläge dabei näher an die Bremsscheiben, damit diese im Notfall nochmals schneller und effektiver zupacken können.

Notbremslicht (Emergency Brake Warning)

Aktiviert bei einer Vollbremsung automatisch die Warnblinkanlage, um Fahrer nachfolgender Fahrzeuge auf die Gefahrensituation aufmerksam zu machen.

Motordrehmoment-Kontrollsystem (ETCS)

Das Motordrehmoment-Kontrollsystem (Engine Traction Control System, ETCS) garantiert eine optimale Traktion und Stabilität beim Beschleunigen. Es nimmt das Motordrehmoment bei Bedarf gerade soweit zurück, dass sich ein Idealmaß an geringem Schlupf an den Antriebsrädern einstellt.

Aktiver Bremseingriff (BLD)

Der Aktive Bremseingriff (Brake Lock Differential, BLD) verteilt das Drehmoment auf die angetriebenen Vorderräder. Gleichzeitig wird das Rad mit dem höheren Schlupf abgebremst. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die Antriebskräfte auch bei schlechteren Straßenverhältnissen optimal auf den Boden gebracht werden.

Hydraulische Hinterachs-Bremsunterstützung (HRB)

Falls das ABS bei schwer beladenem Fahrzeug an einem der Vorderräder aktiv wird, erhöht die hydraulische Hinterachs-Bremsunterstützung (Hydraulic Rear Axle Boost, HRB) umgehend den Bremsdruck an der Hinterachse, um eine bestmögliche Verzögerung zu erzielen.

Motorschleppmoment-Kontrolle (EDC)

Die Motorschleppmoment-Kontrolle (Engine Drag Torque Control, EDC) unterstützt die Spurstabilität beim Bremsen. Droht eines der Antriebsräder aufgrund zu starker Motorbremse zu blockieren, erhöht EDC kurz die übertragene Motorleistung. Dabei wird ein eventuell stehendes Rad gerade soweit beschleunigt, dass wieder Kraftschluss zur Straße entsteht.

Torque Vectoring Control (TVC)

Die Torque Vectoring Control (TVC) optimiert die Spurstabilität in engen Kurven. Dazu bremst das kurveninnere Vorderrad ab und überträgt mehr Kraft an das kurvenäußere Rad. Dies verbessert die Traktion und wirkt einem Untersteuern entgegen (nähere Beschreibung des Systems auf Seite 34/35).

Integrierte Überroll-Prävention (ARP)

Falls das ESP Anzeichen für einen drohenden Überschlag erkennt, bremst die Integrierte Überroll-Prävention (Active Rollover Protection, ARP) die Vorderräder ab und kappt die Motorleistung auf null. Im Zusammenwirken erzeugen diese beiden Maßnahmen ein gezieltes Untersteuern und verlangsamen das Fahrzeug – die Gefahr eines Überschlags wird damit weitgehend gebannt.

Anhänger-Stabilisierung

Optional sorgt die Anhänger-Stabilisierung für zusätzliche Sicherheit. Das System erkennt, sobald sich ein Trailer gefährlich aufschaukelt und reduziert daraufhin durch Brems- und Motoreingriffe langsam die Geschwindigkeit des Gespanns.

7.2 Optimale passive Sicherheit durch das erweiterte Ford IPS

Eine weiterentwickelte Version des Intelligenten Sicherheits-Systems IPS (Intelligent Protection System), das eine besonders crashresistente Karosseriestruktur mit einem ganzen Reigen hochmodernster Rückhaltesysteme vereint, schützt die Passagiere des neuen Ford C-MAX wirkungsvoll vor Verletzungen. Dabei haben es sich die Spezialisten von Ford auf die Fahnen geschrieben, in puncto Sicherheit neue Maßstäbe innerhalb des sogenannten MAV-Segments zu setzen. Ermöglicht haben sie dies durch die optimale Integration aller einzelnen Komponenten, die dem Schutz der Menschen an Bord dienen. Dies bedeutet: Die ultrasteife Karosserie des neuen Ford C-MAX mit ihren klar definierten Deformations­strukturen absorbiert bei einem Aufprall nicht nur ein Höchstmaß an Energie, sondern ist zugleich auf ein optimales Zusammenspiel mit den hocheffizienten Rückhaltesystemen abgestimmt.

Leichte und doch hochfeste Karosseriestruktur

Wie bei allen aktuellen Pkw-Modellen der Marke setzt Ford auch im neuen C-MAX in strukturell wichtigen Karosseriebereichen auf hochfeste und ultrahochfeste Stähle. Diese Werkstoffauswahl erlaubt es, bei relativ geringem Gesamtgewicht der Karosserie ein Höchstmaß an passiver Sicherheit zu erzielen, das auch den weltweit strengsten Crash-Normen entspricht.

Insgesamt bestehen 53 Prozent der Karosseriestruktur aus hochfesten Stählen – eine Steigerung um acht Prozentpunkte gegenüber dem Vorgängermodell. Das Resultat ist eine bemerkenswert robuste und steife Struktur mit einer crashresistenten Passagierzelle. Diese Auslegung trägt nicht nur zum Schutz der Insassen bei, sie kommt auch dem dynamischen Handling und dem Geräuschkomfort zugute.

Zu den wesentlichen Merkmalen der Karosseriestruktur zählen:

  • Ultrahochfester Boron-Stahl in A- und B-Säulen, Schwellern und Türstreben schafft eine extrem widerstandsfähige, crashresistente Fahrgastzelle. Selbst bei einem Seiten- oder Pfahlaufprall sowie bei einem Überschlag verformt sie sich nur minimal.
  • Integrierte Verstärkungen der Türöffnungen sowie definierte Tür-Lastpfade aus hochfestem Stahl widerstehen einem Seitenaufprall und tragen zur allgemeinen Steifigkeit der Fahrgastzelle bei.
  • Die vordere Deformationsstruktur aus hochfestem Stahl nimmt bei einem Frontalaufprall sehr hohe Kräfte besonders effizient auf und verformt sich nur in exakt definierten Maßen. Um dem unterschiedlichen Fahrzeuggewicht von C-MAX und Grand C-MAX gerecht zu werden, kommen in beiden Schwestermodellen unterschiedliche Stahlstärken zum Einsatz.
  • Die vordere Crash-Struktur sowie die Längs- und Querträger unterhalb der Sicherheitszelle bestehen aus hochfestem Zweiphasen-Stahl. Dieser Werkstoff ermöglicht eine maximale Energie-Absorption und trägt damit zur Unversehrtheit des Fahrgastraums bei.
  • Der vordere Hilfsrahmen wurde so konstruiert, dass er sich bei einem Frontalaufprall von den unteren Chassis-Befestigungspunkten löst. Dieses patentierte System baut erhebliche Aufprallkräfte ab und verhindert Deformationen im Fußbereich der Fahrgastzelle.
  • Im etwas schwereren Grand C-MAX ist ein zusätzlicher Lastpfad über den unteren Hilfsrahmen angelegt.

Integrierte Rückhaltesysteme

Das erweiterte Intelligente Sicherheits-Systems IPS umfasst eine ganze Reihe exakt aufeinander abgestimmter Rückhaltesysteme. Hierzu gehören einstufige Front-Airbags sowie dreidimensional wirkende Seiten-Airbags für Fahrer und Beifahrer ebenso wie die serienmäßigen Kopf-Schulter-Airbags in der ersten und zweiten Sitzreihe.

Zum integrierten Rückhaltesystem zählen darüber hinaus: die Sicherheits-Lenksäule – die bei einem Frontalaufprall von Kopf und Brust des Fahrers zurückweicht – sowie der überarbeitete Instrumententräger, der präziser auf die Vorwärtsbewegungen der Knie und Beine bei einem Frontalaufprall abgestimmt wurde und diese so besser vor Verletzungen schützt. Hinzu kommen 3-Punkt-Sicherheitsgurte für alle Sitzplätze, vorne inklusive nochmals effektiverer Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer.

Verbesserter Fußgängerschutz

Die Frontpartie des neuen Ford C-MAX trägt den Anforderungen eines optimierten Fußgängerschutzes Rechnung. Dies umfasst die Formgebung von Stoßfängern und Motorhaube, aber auch die Raumaufteilung im Motorraum, Sollbruchstellen der Scheibenwischerarme sowie die nachgebende Auslegung der vorderen Karosseriestruktur in Höhe des unteren Windschutzscheibenrahmens.

7.3 Schutzsysteme für die Fond-Passagiere

Auch die Sicherheit der Passagiere auf den hinteren Sitzreihen stand bei der Entwicklung des neuen C-MAX ganz oben im Lastenheft. Sie sollte dem Schutz der Vornsitzenden in nichts nachstehen. Neben 3-Punkt-Sicherheitsgurten auf allen Sitzplätzen verfügen C-MAX und Grand C-MAX über ISOFIX-Kindersitzbefestigungen für die äußeren Plätze der zweiten Sitzreihe.

Der siebensitzige Grand C-MAX weist darüber hinaus ein neues Gurtwarnsystem für die Rückbänke auf, das den Fahrer benachrichtigt, falls ein Passagier in der zweiten oder dritten Sitzreihe nicht ordnungsgemäß angeschnallt ist. Gerade bei Fahrten mit Kindern bedeutet dies einen wichtigen Sicherheitsgewinn. Die Warnung erscheint im Zentralinstrument, untermalt von einem deutlich hörbaren Klang. Das System informiert den Fahrer auch, sobald ein Sicherheitsgurt während der Fahrt gelöst wird.

7.4 Unterstützende aktive Sicherheitssysteme

Neben den zahlreichen Fahrerassistenz-Systemen, die durch Eingriffe in Fahrwerk, Bremsen und Motor zur aktiven Sicherheit beitragen, bietet der neue C-MAX eine ganze Reihe von Funktionen, die den Fahrer entlasten. Sie tragen zur aktiven Sicherheit bei, indem sie den Komfort erhöhen und bestimmte Aufgaben erleichtern. Hierzu zählen unter anderem:

  • Einpark-Assistent
  • „Toter-Winkel-Assistent“
  • Geschwindigkeitsbegrenzer mit Geschwindigkeitsregelanlage

Darüber hinaus stehen für die neue Ford C-MAX-Familie unter anderem folgende Systeme zur Verfügung:

  • Licht- und Regensensor (serienmäßig ab Ausstattungsversion Titanium)
  • selbst abblendender Innenspiegel (serienmäßig ab Ausstattungsversion Titanium)
  • Berganfahrassistent (serienmäßig ab Ausstattungsversion Titanium und in Kombination mit Ford PowerShift-Automatik)
  • beheizbare Frontscheibe mit Quickclear-System
  • „Solar Reflect“-Frontscheibe, die wesentlich mehr Wärmestrahlung reflektiert
  • Rückfahrkamera
  • Park-Pilot hinten
  • Reifendruckkontrollsystem DDS (Deflation Detection System) – warnt den Fahrer, wenn ein oder mehrere Reifen Luft verlieren
  • Bi-Xenon-HID-Scheinwerfer mit dynamischer Leuchtweitenregulierung – leuchten die Straße breit und mit der doppelten Lichtausbeute herkömmlicher Halogen-Scheinwerfer aus
  • Scheinwerfer-Reinigungsanlage

15.09.2010 / Ford

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