Der neue Ford Focus RS

1. Der neue Ford Focus RS – die Entstehung

„Der neue Ford Focus RS ist ein echter Sportler. Mit seinen Fahrleistungswerten, seiner Traktion und Lenkpräzision fordert er weitaus exotischere Automobile heraus. Er ist der beste Beweis dafür, dass wir das ,RS‘-Logo nicht leichtfertig verleihen.“
Jost Capito, Director Global Performance Vehicles & Motorsport Business Development

Die 40-jährige Historie der legendären Marke Ford RS blickt einem neuerlichen Höhepunkt entgegen: Sechs Jahre nach dem Produktionsende seines in streng limitierter Auflage hergestellten Vorgängers geht jetzt der Ford Focus RS zweiter Generation an den Start – mit einer Topleistung von 224 kW (305 PS) nochmals stärker und schneller. Das Highperformance-Fahrzeug ist das kraftvollste Modell, das je bei Ford in Europa vom Band gelaufen ist. Bereits aus diesem Grund trägt er das von vielen Fans verehrte Signet, das Ford nur außergewöhnlichen Sportversionen zugesteht, zu Recht.

RS – eher Ereignis als konventionelles Automobil
Der neue Ford Focus RS ist das Werk der Sportwagen- und Motorsportspezialisten des Ford TeamRS mit Jost Capito an der Spitze, einem erklärten Automobil-Enthusiasten und Vollblut-Racer. Auch die Projektleitung lag in den Händen eines renommierten Experten: John Wheeler kann, was Hochleistungs- und Wettbewerbsfahrzeuge betrifft, auf mehr als 20 Jahre Berufserfahrung zurückblicken.

Bei der Entwicklung der Highperformance-Serienmodelle von Ford kooperiert das TeamRS Hand in Hand mit Ingenieuren aus nahezu allen Fachbereichen. Allein in das Projekt Ford Focus RS waren mehr als 100 Spezialisten von Ford Europa involviert – wohl wissend, dass sich ein neues Mitglied dieser elitären Modellfamilie stets besonders hohen Erwartungen stellen muss.

„Ein neuer Ford RS ist immer ein besonderes Ereignis“, betont Capito. „Wir verleihen dieses Logo nicht sehr oft; und wenn, dann nur ausgesuchten Fahrzeugen, die dieser Bezeichnung auch würdig sind – wie dem neuen Ford Focus RS, der diesen Namen völlig zu Recht trägt.“

Entsprechend ehrgeizig definierten die Väter des Ford Focus RS die Eckdaten des neuen Modells und kreierten aus fabelhaften Zutaten ein hochattraktives Ergebnis – denn die beispielhafte Robustheit der erfolgreichen Kompaktklasse-Baureihe verleiht dem potenten Fronttriebler in Kombination mit einem 224 kW (305 PS) starken 2,5-Liter-Duratec-Turbomotor ein exzellentes Preis/Leistungs-Verhältnis. Tatsächlich nimmt es der neue RS in puncto Kraft und Rassigkeit, Fahrleistungen und Fahrverhalten mit deutlich exotischeren Konkurrenten auf – im täglichen Straßenverkehr und auch auf abgesperrten Rennstrecken wie zum Beispiel der legendären, 20,8 Kilometer langen Nordschleife des Nürburgrings.

Der Startschuss
Noch vor dem Produktionsende des Ford Focus RS erster Generation stellte das Ford TeamRS die Weichen für das Nachfolgemodell – überraschenderweise durch die Arbeit am Ford Focus ST, der damals bereits kurz vor der Serienreife stand.

„Schon der 166 kW (225 PS) starke ST übertraf den ersten Ford Focus RS in puncto Spitzenleistung um zehn PS, das Drehmoment seines 2,5 Liter großen Duratec-Motors schnellte auf 320 Newtonmeter hoch“, erläutert John Wheeler. „Für das formidable Chassis des neuen Ford Focus stellte diese hohe Kraftausbeute überhaupt kein Problem dar. Damit formatierte der ST unsere Erwartungen an das RS-Modell völlig neu und bot uns zugleich eine hervorragende Ausgangsbasis, auf der wir aufbauen konnten.“

Hinzu kommt: Die Experten von Ford vertrauten nicht allein eigenen Einschätzungen, sondern berücksichtigten auch die Wünsche und Meinungen ihrer Kunden. „Wir pflegen einen intensiven Kontakt mit RS-Besitzern und -Fans in ganz Europa“, so Wheeler. „Ihre Ansprüche, ihre Kritik und ihr Lob haben unseren Blick geschärft. Der erste Ford Focus RS besaß ganz bewusst eine Art ,World-Rally-Car‘-Charakteristik, entsprechend extrem präsentierte sich die limitierte Auflage. Diese Ausrichtung einfach zu kopieren, wäre in unseren Augen zu einfach gewesen. Die Kommunikation mit RS-Fahrern und -Freunden hat uns maßgeblich geholfen, die Alltagstauglichkeit des neuen Modells weiter zu verbessern.“

Heraus kam für die Entwickler eine kurze, deswegen aber nicht minder anspruchsvolle Prioritätenliste. Sie abzuarbeiten, glich fast einer Quadratur des Kreises. Dennoch lösten die Experten des TeamRS diese Aufgabe mit Bravour: Der neue Ford Focus RS wartet mit der Performance und dem gleichen sportlichen Handling auf wie sein Vorgänger, zeichnet sich zugleich aber durch eine höhere Motorleistung aus, hält den besonderen Belastungen auf Rennstrecken locker stand und überzeugt darüber hinaus im täglichen Straßenverkehr mit größeren Komforteigenschaften.

Die Entwicklung des Hochleistungs-Topmodells profitierte zugleich von der besonders innovativen und flexiblen Fertigungs-Technologie, mit der Ford Europa die neue Ford Focus-Baureihe produziert. „Dank unserer ,Flexible Manufacturing Strategy‘ kann die RS-Version vom gleichen Band laufen wie die übrigen Versionen dieser Modellfamilie. Dies erübrigte große Investitionen in Produktionsanlagen oder die Einrichtung einer eigenen Kleinserien-Fertigung“, erläutert Jost Capito.

„Mit dem neuen Ford Focus RS, der seit Ende 2008 vom Band läuft, krönen wir den zehnten Geburtstag der gesamten Baureihe und feiern einen neuerlichen Höhepunkt in der 40-jährigen Geschichte der Marke RS“, so Capito weiter. „Dass wir diese Ereignisse auch noch mit zwei aufeinanderfolgenden Titeln als Rallye-Teamweltmeister anreichern konnten, zeigt, dass dieses neue Topmodell genau zur rechten Zeit debütiert.“

Eine Klasse besser
Der neue RS ist nicht nur der schnellste Ford Focus aller Zeiten, sondern auch der stärkste Fronttriebler, den Ford Europa je in Serie gebaut hat. Mehr noch: Wenn der Ford Focus RS Anfang 2009 in den Handel kommt, ist dieses Fahrzeug das derzeit einzige Modell mit angetriebenen Vorderrädern, das mit mehr als 300 PS aufwarten kann – ein weiterer Indikator für die technische Herausforderung, die das Ford TeamRS gemeistert hat.

„Die Geschichte der Marke RS ist gekennzeichnet von einzigartigen Fahrzeugen, die sich durch ganz unterschiedliche Charakteristiken voneinander unterscheiden“, so Wheeler. „Der neue RS vereint genau jene Eigenschaften in sich, die wir erreichen wollten. Wir haben ihn nicht als Konkurrent zu irgendeinem bereits existierenden Modell entwickelt.“

Der Delfin und der Hai
Mit dem Ford Focus ST hatte das TeamRS eine hervorragende Grundlage für die Entwicklung des neuen RS geschaffen. Das 166 kW (225 PS) starke Modell legte zugleich aber auch die Messlatte hoch, die es zu übertreffen galt. Zu den wichtigsten Aufgaben, die gleich zu Beginn des Projekts gelöst wurden, zählte dabei die messerscharfe Positionierung beider Versionen und die klare Differenzierung der individuellen Philosophien. Vom Design über den Antrieb und die Kraftübertragung bis hin zu Fahrwerk, Sicherheit und Komfort – Experten aus unterschiedlichsten Bereichen haben an dieser neuen Ford Focus-Version mitgearbeitet. Um ihnen die abweichenden Anforderungen und Eigenschaften des ST und RS anschaulich darzustellen, ersannen die Spezialisten des TeamRS eine prägnante Analogie: den Vergleich zwischen „Delfin“ und „Hai“.

„Der Ford Focus RS soll sich vom ST ebenso deutlich unterscheiden wie ein Hai von einem Delfin“, erläutert Capito die ungewöhnliche Methode. „Bei beiden Tieren handelt es sich um besonders hoch entwickelte Lebewesen, die sich jeweils perfekt ihrem Lebensraum angepasst haben und daher ganz unterschiedliche Talente perfektionierten. Das gleiche gilt für RS und ST. Letzterer wird zum Beispiel durch seine harmonische Balance zwischen Sportlichkeit und hoher Laufkultur gekennzeichnet – Eigenschaften, die der RS völlig anders gewichtet. Es hat uns immer wieder selbst überrascht, wie perfekt dieses Bild funktioniert.“

Der neue RS übernimmt nichts weniger als die Rolle des ultimativen Serien-Ford Focus. Im Einklang mit seiner Tradition steht bei ihm die Leistungsfähigkeit deutlicher im Vordergrund. Dabei kommt seiner Performance auf der Rennstrecke eine ebenso große Bedeutung zu wie den Fahreigenschaften im täglichen Straßenverkehr. Jeder einzelne Aspekt, der für die Fahrdynamik und die Standfestigkeit von Bedeutung ist, wurde umfassend betrachtet und anhand anspruchsvoller Kriterien neu bewertet – ein aufwändiger Prozess, wie er sonst nur für die Konzeption völlig neuer Baureihen zum Einsatz kommt.

Allen Unterschieden zum Trotz – rein technologisch vereint beide Modelle eine charakteristische Besonderheit: Sie treiben jeweils ihre Vorderräder an. Eine Lösung, die sich angesichts ihrer hohen bis sehr hohen Motorleistungen keinesfalls zwangsläufig anbietet, die vom TeamRS aber dennoch seit einem frühen Zeitpunkt der Entwicklung favorisiert wurde. „Wir haben von Beginn an auf Frontantrieb gesetzt“, bestätigt Dirk Densing, Chefingenieur des Ford TeamRS. „Allradsysteme sind teuer, schwer, bringen Reibungsverluste mit sich und treiben schlussendlich auch den Treibstoffverbrauch in die Höhe. Um diese Nachteile auszugleichen, hätten wir Kompromisse in puncto Fahrdynamik eingehen müssen. Dazu waren wir nicht bereit. Solange wir die angepeilte Leistungsfähigkeit ohne störende Lenkeinflüsse erreichen können, ist ein frontangetriebenes Fahrzeug die bessere Lösung – leichter und mit einem präziseren Einlenkverhalten gesegnet, das zudem von lineareren Rückmeldungen begleitet wird. Dank der Arbeit unserer Entwickler im Ford Forschungszentrum Aachen erfüllt der neue RS genau diese Anforderungen und überzeugt mit einem eigenständigen Ansatz.“

Neues Kapitel in der Erfolgsgeschichte des Ford Focus
Der neue Ford Focus RS setzt sowohl in der Geschichte dieser erfolgreichen Mittelklasse-Baureihe als auch für das traditionsreiche RS-Emblem einen bemerkenswerten Meilenstein. 1998, also vor rund zehn Jahren, gab die Ford Focus-Familie auf dem Automobilsalon von Genf ihr beachtetes Weltdebüt. Sie ebnete den Weg für eine Vielzahl folgender Modelle, die sich durch ihr markantes und attraktives Design ebenso auszeichnen wie durch eine bemerkenswerte Fahrqualität, die in ihren Klassen seither Maßstäbe setzt. Mehr als 5,5 Millionen Exemplare rollten bis heute in Europa inklusive Russland vom Band. Auch in Nordamerika, Asien und Südafrika wird der Ford Focus produziert.

Voller Stolz trägt auch die jüngste Generation dieses Erfolgsmodells wieder das berühmte RS-Logo. Sie führt damit eine Tradition fort, die bis heute vier Jahrzehnte und zahlreiche besonders sportliche Ford umfasst, die praktisch ohne Ausnahme längst zu automobilen Legenden zählen.

„Die Marke RS gehört zu den zentralen Bausteinen der sportlichen Historie von Ford“, fasst Jost Capito zusammen. „Zugleich hat die Ford Focus-Baureihe unseren Ruf als Anbieter von Fahrzeugen begründet, die sich insbesondere durch ihre exzellente Fahrdynamik auszeichnen. Der neue Ford Focus RS ist die perfekte Kombination dieser beiden Erfolgsgeschichten – ein echter RS und ein echter Ford Focus zugleich.“

30.01.2009 / Ford

Ford FanAward 2010
© 2012 Stefan Klausmeyer