Der neue Ford Fiesta

1. Der neue Ford Fiesta – europäische Entwicklung für die ganze Welt

  • Eine Fahrzeug-Entwicklung für globale Kunden
  • Globales Produktentwicklungssystem GPDS beflügelt „One Ford“-Unternehmensstrategie, von der auch Schwestermarken profitieren
  • Erstes GPDS-Modell von Ford – weitere werden folgen

„Der neue Fiesta setzt den Standard für Produkte, die unsere Kunden von uns erwarten und wertschätzen. Er nutzt unsere hervorragenden globalen Entwicklungs-Ressourcen und den immensen Schwung, mit dem das Kleinwagensegment derzeit das allgemeine Branchenwachstum weltweit übertrumpft, zu seinem Vorteil. Aufbauend auf dem besonderen Know-how unserer europäischen Tochter überzeugt diese neue Baureihe eine neue Generation besonders anspruchsvoller Kunden.“

Alan Mulally, President and CEO, Ford Motor Company

Der neue Ford Fiesta ist bereit für eine Weltkarriere. Vom ersten Federstrich an stellten seine Väter sicher, dass der hochmoderne Kleinwagen die unterschiedlichsten Wünsche und Anforderungen erfüllt, die ein globales Publikum an ihn stellen wird – ganz gleich, ob in West- oder Osteuropa, in Nordamerika, Australien, Südamerika oder China.

Eine anspruchsvolle und überaus komplexe Aufgabe. Um ihr zu entsprechen, hat Ford lange vor dem Beginn der Entwicklung des neuen Fiesta und der Aufsehen erregenden Konzeptstudie „Verve“ auf allen fünf Kontinenten umfangreiche Kundenbefragungen und Marktforschungen angestellt. Ziel: die im Detail durchaus abweichenden Bedürfnisse und Vorlieben von Kleinwagen-Käufern aus allen Teilen der Welt grundlegend zu erfassen und auf den größten gemeinsamen Nenner zu bringen.

Das Ergebnis dieser Anstrengung setzt einen Meilenstein, dessen Bedeutung weit über eine einzelne Fahrzeugneuheit hinausgeht: Entstanden ist ein innovativer Prozess, der die Zukunft der Produktentwicklung und damit das Gesicht künftiger Modelle von Ford in eine neue Richtung lenkt. Als erstes Automobil überhaupt versinnbildlicht der neue Ford Fiesta die „One Ford“-Unternehmensstrategie von Alan Mulally, dem CEO der Ford Motor Company. Es ist die Vision des global kooperierenden Konzerns, der Fahrzeuge entwickelt und produziert, die über Ländergrenzen und Kontinente hinweg auf der ganzen Welt Anklang finden.

Nach seiner Weltpremiere auf dem Genfer Automobilsalon 2008 rollt der neue Fiesta noch im Herbst diesen Jahres als Drei- und Fünftürer zu den europäischen Händlern. Bis 2010 wird der innovative Kleinwagen in maßgeschneiderten, den Besonderheiten der lokalen Märkte entsprechenden Versionen auch in Asien, Südafrika, Australien und Nordamerika erhältlich sein.

Mit der Herausforderung, den ersten Fiesta für den Weltmarkt zu konstruieren und zu entwickeln, hat Ford Marin Burela betraut. „Für uns der Beginn eines unglaublich faszinierenden Projekts“, so der Entwicklungsdirektor Kleinwagen-Segment. „Der neue Fiesta ist ein Wendepunkt in der Geschichte von Ford und aus globaler Sicht vielleicht unser wichtigstes Projekt seit dem berühmten T-Modell, denn es weist der Produktentwicklung des Unternehmens den Weg in die Zukunft auf.“

Geteilte Anforderungen, regional-individuelle Vorlieben

Schon Jahre bevor Fachpublikum und Autofans gleichermaßen die bemerkenswerte Konzeptstudie „Verve“ auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) 2007 in Frankfurt bestaunen konnten, hat Ford intensiv die Wünsche und Bedürfnisse seiner Kunden in Asien, China, Europa und Nordamerika erforscht sowie die Voraussetzungen für und Anforderungen an Fahrzeuge analysiert, die weltweit gleich hohe Begehrlichkeit wecken.

Um zu verstehen, wie und auf welche Weise bestimmte Produkte und Marken auf unterschiedlichen Kontinenten gleichermaßen Erfolge feiern und welche Rückschlüsse dies für die Automobilindustrie erlaubt, richtete Ford seinen Blick weit über die eigene Branche hinaus und nahm beispielsweise die Märkte für Premium-Elektronikgeräte und hochwertigen Schmuck unter die Lupe. Die überraschende Erkenntnis: Insbesondere die Produktpalette von Ford Europa spricht zielgenau eine Generation an, die mit dem Internet aufgewachsen ist und für die beispielsweise Mobiltelefone keinen Luxus mehr darstellen, sondern längst zum Alltag gehören. Junge Autokäufer, die „größer“ nicht automatisch mit „besser“ gleichsetzen, dafür aber fortschrittlicher Technologie aufgeschlossen gegenüberstehen.

„Wir haben zwei Lektionen sehr schnell verstanden: Die Geschmäcker gleichen sich immer mehr an, und das Angebot an Automobilen wird immer globaler betrachtet“, so Burela. „Dies wird an zwei Beispielen besonders deutlich. In China etwa besaßen die Kunden vor zehn Jahren kaum eine andere Chance als ein Fahrzeug aus heimischer Fertigung zu erwerben – dies hat sich radikal geändert. Heute zählt die Volksrepublik zu den am schnellsten wachsenden Märkten überhaupt. Immer mehr Menschen dort können sich das Auto ihrer Wahl leisten, die Ansprüche steigen stark.

Buchstäblich auf der anderen Seite der Welt – in den USA – vollzieht sich im gleichen Zeitraum ein ganz anderer Wandel: Angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Lage, explodierender Benzin- und Energiepreise sowie eines immer größeren Umweltbewusstseins steigt dort wie in anderen westlichen Ländern die Nachfrage nach kleineren, effizienteren Modellen. Das bestverkaufte Fahrzeug Nordamerikas ist heute nicht mehr ein ausladender Pick-up, sondern eine Limousine. Für einen hochmodernen, weltweit erfolgreichen Kleinwagen bereiten diese Entwicklungen zusammengefasst eine Ausgangslage, wie sie vor zehn oder selbst vor fünf Jahren in dieser Form noch nicht existierte.“

Weitere wichtige Erkenntnis der Marktforschung von Ford: Der größte gemeinsame Nenner, der alle Kundengruppen weltweit verbindet, ist das Design. Dies gilt für Autokäufer im chinesischen Nanjing ebenso wie jene aus New York oder Köln. „Das Design des Fahrzeugs gibt den Ausschlag“, unterstreicht auch Burela. „In der Gestaltung der Konzeptstudie Verve wie auch jener des neuen Fiesta haben wir die subtilen Differenzen zwischen den stilistischen Vorlieben fein austariert. Die spontane Begeisterung, auf die unsere drei nacheinander in Frankfurt, Detroit und Peking gezeigten Studien gestoßen sind, hat klar bewiesen: Die grundlegende Formensprache kommt überall an.“

„Aus Sicht des Designs stellte die Konzeptstudie Verve für uns so etwas wie die Nagelprobe dar“, betont Martin Smith, Leitender Design-Direktor Ford Europa und Schöpfer des Ford kinetic Designs. „Die asiatischen Märkte werden die Formgebung in Zukunft immer stärker beeinflussen, zugleich herrscht dort ein immenses Interesse an westlichem Design – was in London cool ist, kommt auch in Peking gut an. Mit unserer Studie haben wir bewiesen, dass ein starkes und markantes Gestaltungs-Thema weltweit funktionieren kann und nur im Detail den lokalen Vorlieben angepasst zu werden braucht.“

Fazit der aufwändigen Grundlagenforschung von Ford: Die Nachfrage nach einem modernen, für den Weltmarkt entwickelten Kleinwagen ist groß. In einem zweiten Schritt überprüfte das Unternehmen die Machbarkeit der globalen Produzierbarkeit.

Dabei flossen auch Erfahrungswerte mit ein, die Ford mit vergangenen Projekten und Kooperationen sammeln konnte.

„Es gab schon früher Anläufe, ein so genanntes ,Weltauto‘ zu bauen“, blickt Marin Burela zurück. „Doch dabei ging es zumeist darum, ein für einen speziellen Markt entwickeltes Fahrzeug für eine andere Region zu adaptieren. Dies ähnelte zumeist dem Versuch, die Kunden dem Produkt anzupassen statt umgekehrt. Wir haben uns im Falle des Fiesta für einen gänzlich gegensätzlichen Ansatz entschieden. Wir setzten einen völlig neuen Entwicklungsprozess auf. Er hat uns dazu gezwungen, die Dinge anders anzugehen und weltweit auf einem viel höheren Niveau zusammenzuarbeiten – befreit von regionalen Zwängen.“

Die unkonventionelle Herangehensweise an den neuen Fiesta wirkte sich auch auf das Geschäftsmodell aus, das der Kleinwagen-Baureihe zugrunde liegt. Anstelle von fixen, vorab definierten Verkaufszahlen für einzelne Varianten rückte Ford einen noch detaillierter beschriebenen Entwicklungsprozess sowie eine besonders flexibel ausgelegte Produktion in den Vordergrund, um möglichst kurzfristig auf sich ändernde Kundenwünsche reagieren zu können. Dies umfasst ausdrücklich auch die Reproduzierbarkeit qualitätssichernder Maßnahmen in den unterschiedlichen Fertigungsstätten weltweit, in denen der neue Fiesta vom Band laufen wird.

Globales Produktentwicklungssystem GPDS

Der neue Fiesta ist das erste Modell von Ford mit weltweiter Bedeutung, das mit Hilfe von Schlüssel-Technologien des wegweisenden Globalen Produktentwicklungssystems GPDS (Global Product Development System) entstanden ist.

GPDS greift auf modernste digitale Design-, Konstruktions- und Produktionsvorbereitungs-Werkzeuge zurück und hilft auf diese Weise, den gesamten Entwicklungsprozess vom ersten Entwurf bis hin zur Marktreife signifikant zu verkürzen. Zugleich überzeugt dieses Tool mit einem hohen Maß an Flexibilität, wenn es um die Ableitung von Modellvarianten auf der gleichen Grundarchitektur geht – auch markenübergreifend. So erleichtert GPDS zum Beispiel die Zusammenarbeit von Ford und Mazda, was die Entwicklung ganz unterschiedlicher Kleinwagen auf einer gemeinsamen Ausgangsbasis betrifft, ohne dass die enge Verwandtschaft dieser Fahrzeuge von außen erkennbar wäre.

„Das ,Global Product Development System‘ ist die jüngste Ausbaustufe von Entwicklungs-Technologien innerhalb der Ford Gruppe“, erklärt Marin Burela. „Sie hat es erst ermöglicht, dass zum Beispiel die Volvo S40-/V50-Baureihe ebenso wie der Mazda 3 rein technisch auf der Grundarchitektur des aktuellen Ford Focus aus europäischer Produktion basieren.“

Auch bei dem neuen Kleinwagen-Projekt arbeiteten die Ingenieure von Ford und Mazda dank GPDS eng und erfolgreich zusammen. Beide Partnerseiten brachten ihr spezielles Know-how gewinnbringend in die Konstruktion eines gemeinsamen Chassis ein. Diese fortschrittliche Grundstruktur liefert die Basis, auf der beide Marken ganz individuell gestaltete Fahrzeuge kreieren. Modelle, die von einem umfassenden Angebot moderner Technologien profitieren und entsprechend maßgeschneidert und exakt die Erwartungen der jeweiligen Zielgruppe erfüllen können.

„Wir haben unsere CAE-Infrastruktur (Computer Aided Engineering; rechnergestützte Entwicklung) zum Beispiel dazu genutzt, um die Fertigung des neuen Fiesta virtuell am Bildschirm zu simulieren und auf diese Weise bereits auf digitalem Wege Probleme zu einem frühen Zeitpunkt auszuräumen“, beschreibt Dieter Schwarz, Leiter Fahrzeugentwicklung neuer Fiesta weltweit. „Dies hat sich bei der Inbetriebnahme der echten Produktionslinie maßgeblich ausgezeichnet. Bereits der erste Testlauf offenbarte nur noch geringe Mängel. Schon der zweite funktionierte problemlos.“

Vorreiter für eine weltweit einheitliche Modellpalette

Die globale Resonanz auf die Serienversion des neuen Fiesta unterstreicht, wie gelungen das Ford kinetic Design dieses Modells auf die Besonderheiten lokaler Märkte angepasst wurde. So unterscheidet sich jene Version, die im April 2008 auf der Peking Auto Show präsentiert wurde, durch kleinere Design-Modifikationen von den für Europa und Asien konzipierten Varianten.

Ähnliche Maßanpassungen sieht Ford auch für die Fahr- und Komforteigenschaften dieses Kleinwagens vor. Ob der neue Fiesta dabei in Köln vom Band rollt oder im chinesischen Nanjing produziert wird, spielt keine Rolle: Die Architektur unterhalb der Karosserie ist stets die gleiche. Darüber hinaus aber werden die fahrdynamischen Eigenschaften der Fahrzeuge exakt auf die Bedürfnisse der Kunden und die regionalen Bedingungen zugeschnitten.

„So sehr sich Geschmack und Design-Empfinden weltweit annähern, es bleiben dennoch auch fundamentale Unterschiede übrig – und dies spiegelt sich in erster Linie in der Fahrwerksabstimmung wider“, erläutert Dieter Schwarz. „Viele Märkte wie etwa Europa legen großen Wert auf ein sportliches Handling. Asiatische Kunden hingegen priorisieren in erster Linie großen Fahrkomfort. Ganz gleich, wo wir den neuen Fiesta anbieten: Er wird mit genau jener Charakteristik aufwarten, die in diesem Umfeld gefragt ist.“

Das aufwändig konstruierte Fahrwerk der von Grund auf neu konzipierten Baureihe liefert mit vorderen Einzelradaufhängungen nach dem MacPherson-Prinzip und einer Verbundlenker-Hinterachse eine ideale Grundlage für individuelle Konfigurationen. Sie kann je nach Zielregion mit unterschiedlich stark dimensionierten Lagern, Federn und Dämpfern variiert werden. So erhalten für Europa vorgesehen Fiesta-Modelle zum Beispiel eine besonders rollsteife Verbundlenker-Hinterachse, die das agile Fahrverhalten auf kurvigen Straßen unterstützt

Die Erfahrungen und das Know-how, das Ford mit dem neuen Fiesta sammelt, sind von entscheidender Bedeutung für die Zukunft des Unternehmens. Die wegweisende Kleinwagen-Familie ist der erste Vertreter weiterer, jeweils auf den Weltmarkt zielenden Baureihen.

„Der neue Fiesta macht den Anfang“, betont Marin Burela. „Diesem Modell werden wir weitere Baureihen folgen lassen, die ebenfalls für den globalen Einsatz vorgesehen sind – dann aber mit deutlich verkürzten zeitlichen Abständen zwischen den Präsentationen der auf einzelne Regionen maßgeschneiderten Versionen. Dies ist die Zukunft.“

29.08.2008 / Ford

Ford FanAward 2010
© 2012 Stefan Klausmeyer